Ausgezeichnete Einführung vor allem in die Spezielle Relativitätstheorie Albert Einsteins. Sehr verständlich geschrieben. Starkes Bemühen der Autoren erkennbar, Leser ohne wesentliche Vorkenntnisse punktgenau „abzuholen“ und schrittweise „heranzuführen“. Dies erspart allerdings nicht eine sorgfältige und zuweilen auch nachdenkliche Lektüre.

Behandelt werden unter anderem die Bedeutung und Verbindung von Masse, Energie, Geschwindigkeit und Zeit, die Dimension Raumzeit, euklidische und Raumzeit-Geometrie, Raumzeit-Krümmung, „Weltformel“, Gravitation sowie die aktuellen Forschungsergebnisse zu den zwölf fundamentalen Elementarteilchen. Sehr klar wird auch dargestellt, worin sich Newtons und Einsteins Weltverständnis unterscheiden und wie es zu einer Weiterentwicklung von Newtons Denkmodellen zur Relativitätstheorie Einsteins kam.

Entscheidend für das Verständnis des Buches ist wohl, sich vom gewohnten „absoluten“ Alltagsverständnis von Raumdimensionen, Zeit und Geschwindigkeit zu „verabschieden“ und sich auf eine „relative“ Weltsicht einzulassen.

Als hilfreich erweist sich das ausführliche Register, das ein rasches Nachschlagen von Kernbegriffen bzw. zentralen Aussagen erleichtert. Die eindrucksvollste und überzeugendste Heranführung an die Relativitätstheorie, die ich (als Physik-Laie) bisher gelesen habe.

Eine inhaltlich ausgezeichnete Einführung in die Mikro- und Astrophysik durch einen sehr fachkundigen Autor, der dem Leser eine komplexe Materie in aufgelockerter Form nahe bringt und auch über historische Entwicklungen (z. B. am CERN) informiert.

Allerdings: Abrufbare Vorkenntnisse über die Spezielle Relativitätstheorie Einsteins erleichtern ganz bestimmt den Einstieg in das Buch. Wer sich ohne das „Marschgepäck“ eines Vorwissens zum mikrokosmischen „Teilchenzoo“ an die Lektüre wagt, der dürfte womöglich bald enttäuscht aufgeben, zumal der Autor – begeistert über das Thema mit seiner Fachkompetenz spielend – auch schon einmal Fachbegriffe verwendet, ohne diese zuvor zu erläutern.

Wer jedoch die ersten etwa 60 Seiten sorgfältig durchgearbeitet hat und mit den Grundbegriffen des „Teilchenzoos“ umgehen kann, der wird wohl auch an den „restlichen“ 440 Seiten zu CERN, Higgs-Boson, Antimaterie, Dunkler Materie, Dunkler Energie, Supersymmetrien und Stringtheorie Interesse finden und sich ein außerordentlich spannendes und vom Autor gut aufbereitetes Thema erschließen, das schließlich sogar philosophische Fragen berührt.

Ein schnelles Durchlesen „im Vorübergehen“ ist nicht zu empfehlen. Regelmäßiges Nachschlagen an denjenigen Textstellen, in denen bestimmte Fachbegriffe der Mikro- oder Astrophysik erstmals erläutert werden, erscheint unerlässlich, um dem weiteren Textverlauf folgen zu können. Wer als Laie allzu oft (nach etlichen Seiten nicht mehr präsente) Fachbegriffe „überliest“, ohne immer wieder einzuhalten und sich die Mühe zu machen, Fachliches sich noch einmal bewusst machen, der wird nur einen eingeschränkten Nutzen aus dem Buch ziehen können.

Erwähnt werden muss aber, dass dieses Sachbuch einen durchaus schwerwiegenden Mangel aufweist (gerade für in der Mikro- und Astrophysik zunächst unkundige Laien): Das Buch verfügt nur über ein rudimentäres Inhaltsverzeichnis und verzichtet auf jegliches Stichwortverzeichnis – ein eklatante Lücke für ein thematisch anspruchsvolles Werk. Die daher erforderliche (eben auch nicht durch ein hinreichend aufgegliedertes Inhaltsverzeichnis unterstützte) Suche nach den erläuternden Fundstellen innerhalb eines 500-seitigen Buches ist für den Leser sehr umständlich und zeitaufwändig (wenn man denn den Text wirklich verstehen möchte).

Dieser Mangel wird auch nicht durch die exzellenten Übersichten zu Kernbegriffen der Mikro- und Astrophysik (in Tabellen- bzw. Listenform), am Ende jedes der sieben Kapitel eingefügte Zusammenfassungen oder durch das umfangreiche Literaturverzeichnis ausgeglichen. Wegen des sehr guten und insgesamt verständlich dargestellten Inhalts ist das Buch gleichwohl empfehlenswert.

Die gute Struktur des Buches, eine übersichtliche textliche Gestaltung, eine gut verständliche Sprache und viele Abbildungen wecken wohl bei jedem Leser das Interesse an der Astronomie.

Die im Buch enthaltenen zahlreichen Tipps rund um die Astronomie führen systematisch
– von der Beobachtung bei Tag und bei Nacht mit bloßem Auge
– zum Teleskopkauf,
zur Beobachtung von
– Sonne, Mond und Planeten,
– Sternen, Nebeln und Galaxien
und schließlich zur
– Astrofotografie.
Markante „Himmelsereignisse“ bis in das Jahr 2020 werden präzise datiert aufgeführt.

Was keinesfalls selbstverständlich ist: Der stabile Einband und kräftiges Papier gewährleisten, dass das knapp 200 Seiten starke Buch für längere Zeit ansehnlich bleiben wird.

Das Schreckensbild einer verdummten und versklavten Gesellschaft.
Der 1932 erschienene Roman Schöne neue Welt (Brave New World) des britischen Autor Aldous Huxley (1894 – 1963) beschreibt die Schreckensvision einer Gesellschaft, deren Mitglieder bereits von frühester Kindheit an für eine feste Rolle in Gesellschaft und Arbeitsleben durch permanente Indoktrination geistig und körperlich „konditioniert“ werden. Bereits die (vielfach geklonten) Embryonen werden in ihrer körperlichen Entwicklung durch dosierte Zugabe von Nährstoffen oder Giftstoffen systematisch geprägt.

Oberstes Ziel aller Bemühungen der zehn Führer des Weltstaates („Controller“) ist die Sicherstellung von „Zufriedenheit“ und „Glück“. Die in ihrer vorgegebenen gesellschaftlichen Rolle verhafteten Arbeitssklaven, die jeweils einer bestimmten „Kaste“ angehören, sollen ihre Arbeit nicht notgedrungen verrichten, sondern sich mit ihr „glücklich“ identifizieren.

Als Instrumente zur Herstellung und Bewahrung eines subjektiv empfundenen „Glücksgefühls“ gelten beschreibt Huxley neben der konsequenten Unterdrückung jeglicher Individualität durch massive Indoktrination einen maximalen Konsum, unbegrenzte Möglichkeiten zum Ausleben der Sexualität und die tägliche Verteilung von Drogen. Unerwünscht sind hingegen eigenständiges Denken und Kritik, die die bestehende Ordnung ebenso nur gefährden könnten wie zu tiefgründige Kultur-Veranstaltungen und eine unabhängige Wissenschaft.

Parallelen zu den heutigen politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnissen, in denen beispielsweise nicht nur pflichtgemäße Arbeitsausführung, sondern vielerorts eine „authentische“ Bejahung der auferlegten Arbeitspflichten verlangt wird, liegen sehr nahe. Die in Huxleys Werk enthaltenen Analysen bieten daher viele Ansatzpunkte, um die heutige Situation in Staat, Gesellschaft und Arbeitsleben kritisch zu beleuchten.

Das zwanzigseitige Nachwort (wohl aus 2014) erscheint hingegen deutlich zu „langatmig“ und inhaltlich viel zu wenig strukturiert und zugespitzt. Das Nachwort wirkt streckenweise sogar wie eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen und enthält zudem nur einen gering ausgeprägten Gegenwartsbezug. Das Aufzeigen solcher Bezüge wäre jedoch angesichts der zeitlosen Aussagen Huxleys nicht nur möglich, sondern für den heutigen Leser auch von hohem praktischem Interesse gewesen. Insoweit eine leider vergebene Chance.

Reinhard Marx plädiert in seinem Werk „Das Kapital“ für eine globale soziale Marktwirtschaft als dritten Weg zwischen Markt und Marx, für eine aktive staatliche Ordnungspolitik, aber auch für Evolution statt Revolution. Das gut ausgearbeitete Leitmotiv „Gerechtigkeit“ ist der rote Faden, der sein Werk durchzieht.

Eine ausschließliche Ausrichtung auf Gewinnmaximierung könne keinesfalls ein sinnvoller Weg sein. Sinn ergebe sich erst in ethischer Ausrichtung, über moralische Wertmaßstäbe. Damit trifft Reinhard Marx den richtigen Kern, den Nerv unserer Zeit.

Angelehnt an Augustinus fragt Marx: Was ist eine Gemeinschaft ohne Gerechtigkeit anderes als eine Räuberbande? Auch eine Räuberbande verfügt ja bereits über einen Anführer, hat sich zu einer Gemeinschaft verabredet und teilt die Beute nach fester Übereinkunft. 
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Gelten diese Kriterien, die Augustinus auf Staaten bezog, nicht auch für alle heutigen Organisationen und Großunternehmen und insbesondere für diejenigen Mitglieder der ökonomischen Führungskaste, die senerzeit an der Auslösung der Finanzkrise beteiligt waren?

Reinhard Marx aber sucht stets den Konsens und möchte wohl am allerliebsten – ganz konsequent in seinem Denken – niemanden ausgrenzen, niemandem wirklich weh tun, möglichst zu jedermann eine hübsche Brücke bauen. Er vertritt engagiert überzeugende Positionen, scheint dann aber zuweilen deutlich an Konsequenz zu verlieren, versteht er doch immer, dass der ein oder andere „Räuber“ – leider, leider und nachvollziehbarerweise den einen oder anderen Einwand hegt, was es – abgewogenermaßen – natürlich zu berücksichtigen gelte…

Aber will sich wirklich jeder der von Reinhard Marx deutlich benannten „Räuber“ überhaupt mitnehmen zu lassen zu einer „gerechten“ Ordnung? Woher auch sollten die uns bekannten „Räuber“ nur so plötzlich den guten Willen zu ethisch-ehrenwertem Handeln nehmen..? Glaubwürdige Verhaltensänderungen setzen jedenfalls viel mehr voraus als zuweilen vorgetragene Proklamationen, im Angesicht der Finanzkrise vom Saulus zum Paulus geworden zu sein.

Robert Langdon

Dan Brown hat in seiner Serie um Robert Langdon einen Kultcharakter geschaffen. Robert Langdon ist fiktiver Professor an der Harvard-Universität, dort unterrichtet er religiöse Ikonologie und Symbologie.

Die 5 teilige Serie besteht aus:

  1. Illuminati
  2. Sakrileg
  3. das Verlorene Symbol
  4. Inferno
  5. Origin

Das autobiographische Werk „Les Mots“ von Jean-Paul Sartre (1905-1980) erschien 1964 bei Editions Gallimard in Paris, die deutsche Fassung „Die Wörter“ folgte 1965.

Der Vater Jean-Baptiste Sartre (1874-1906), ein Marineoffizier war früh verstorben – Jean-Paul hatte keine persönlichen Erinnerungen an ihn. Den frühen Tod von Jean-Baptiste bezeichnet Sartre als „das große Ereignis meines Lebens“, welches nämlich dazu führte, das die Mutter gemeinsam mit ihrem Sohn wieder zu ihren Eltern zog. Insbesondere durch den Großvater, der eine Fremdsprachenschule leitete, erhielt Jean-Paul entscheidende, wenn auch sehr zwiespältig bewertete Anregungen in Richtung Literatur.

In großer Offenheit, ja geradezu schonungslos beleuchtet Jean-Paul Sartre die familiären Verhältnisse im Hause Schweitzer und sein dortiges Aufwachsen während des ersten Lebensjahrzehnts. Dabei spart Sartre auch nicht mit scharfer Selbstkritik.

Sartre entwickelt in seinem Werk tiefsinnige und immer wieder auch überraschende Gedankengänge zu der Bedeutung, die Literatur („Wörter“) und Philosophie bereits in den ersten Lebensjahren für ihn erhielten. Zunächst umfangreich gelesene Literatur, später auch selbstgeschriebene Texte erhalten für Jean-Paul den Status einer „Ersatzreligion“, die dem in einer notgedrungenen Rolle als Gast („Überzähliger“) im Hause Schweitzer befindlichen „kleinen Sartre“ („Poulou“) Lebenssinn vermittelt.

Auch wenn Sartre in späteren Jahren naturgemäß nicht an allen in seiner Kindheit entwickelten Überzeugungen festhalten wird, bildete sich bereits im ersten Lebensjahrzehnt der klare Berufswunsch Schriftsteller heraus – vor allem aber: das Fundament der Gedankenwelt von Jean-Paul Sartre war gelegt.

Sinnvoll erscheint es, sich vor der Lektüre der „Wörter“ zunächst einen groben Überblick über Sartres Lebenslauf, sein Gesamtwerk und seine existenzialistische Philosophie zu verschaffen, um „Les Mots“ dann richtig einordnen zu können. Ansonsten bliebe vermutlich zu vieles unverständlich.