Die Suche nach dem Glück: Unterhaltsame Lektüre mit Tiefgang
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Das „Büchlein“ Anleitung zum Unglücksichsein des Philosophen, Psychotherapeuten und Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick (1921-2007)  ist nicht nur leicht, sondern aufgrund seines geringen Umfangs auch schnell zu lesen und von daher sogar als Gutenachtlektüre geeignet. (Der seinerzeit stets zu Späßen aufgelegte Watzlawick verziehe mir sicherlich diese Ironie.)

Unterhaltsam und bildhaft geschrieben, mit einer Ironie, die zuweilen auch erst kurz vor der Grenze des Erträglichen endet, entwickelt die „Anleitung zum Unglücklichsein“ doch ihre tiefsinnigen Wendungen: Die Lage sei hoffnungslos, aber nicht ernst. Nach Alan Watts sei das Leben ein Spiel. Spielregel 1: Das ist kein Spiel, es ist todernst.

Die Grundeinstellung des Autors, seine Philosophie lässt sich leicht aus den von ihm hergestellten gedanklichen Bezügen ableiten: Mit Zitaten Dostojewskis beginnt und endet das Buch, und dazwischen bezieht sich Watzlawick auf Ovid, Nietzsche, Sartre und Karl Popper.

Watzlawick beschreibt unter anderem die „Sei spontan“-Paradoxie: Wie könne jemand noch spontan sein, nachdem er zur Spontaneität aufgefordert worden sei? Zwang und Spontaneität schlössen sich notwendigerweise aus.

Es gebe verschiedene Spielarten dieser Paradoxie, wie sie sich etwa äußere – im hoffentlich gut gemeinten – Wunsch „Sei glücklich!“ oder in der Aufforderung „Deine Pflicht muss dir Spaß machen!“. Wer nach dem Anspruch der Absender solcher Botschaften nicht „spontan“ oder „glücklich“ sei, habe das Gefühl, „schlecht“ zu sein und entwickele dann – wohl leider nicht immer unbeabsichtigt – Schuldgefühle.

Erinnert werden kann auch an das gerade in Großunternehmen häufig proklamierte: „Sei authentisch!“. Wie bloß in Gottes Namen kann „Authentizität“ unter dem Schwert des Zwangs gedeihen? Frei nach dem eher masochistisch anmutenden Motto: „Sei wahrhaft glücklich in der Umsetzung der erhaltenen Befehle!“ – wohl in nie enden wollender Dankbarkeit an die unvergessenen Wohltaten von Diktatoren. Zu hoffen bleibt nur, dass Befehlsempfänger niemals auf etwaige Ratlosigkeiten, Stümperhaftigkeiten oder gar kriminelle Energien zumal oberster Befehlsgeber stoßen. In Deutschland zumindest aber sind wir ja gottlob ganz frei von solchen Abwegen.

Die Traumata von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg: Eingewoben in die Persönlichkeiten der Nachkriegsgeneration
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Traumatische Erlebnisse haben einen großen Teil der Kriegsgeneration tief geprägt. Sabine Bode beleuchtet in zwanzig  Kapiteln psychische Auffälligkeiten, die für viele Persönlichkeiten der Nachkriegsgeneration (Kriegsenkel) und deren Familien charakteristisch sind.
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Eine systematische Trauma-Verarbeitung war der Kriegsgeneration angesichts eines seinerzeit chaotischen Umfeldes jedoch kaum möglich. Nicht verwunderlich ist daher, dass die Erziehung vieler Kriegsenkel (der Nachkommen der Kriegskinder) von den traumatischen Erlebnissen der Elterngeneration stark beeinflusst wurde.
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Sabine Bode zeigt auf, dass in der deutschen Nachkriegsgesellschaft über Jahrzehnte hinweg zwar eine Schulddiskussion stattfand, hierbei jedoch die Folgen von Nationalsozialismus und Kriegstraumata auf die Kriegsenkel  nicht thematisiert wurden. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts (mehr als 50 Jahre nach Kriegsende) begann die Aufarbeitung derjenigen Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges, die die Kriegsenkel-Generation trafen.
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Viele Kriegsenkel haben sich mit ihrem Trauma-Erbe oft über Jahrzehnte herumgequält, aber vergeblich nach einem Schlüssel zu bestimmten Merkmalen der eigenen Persönlichkeit gesucht. Wer als Kind eines Kriegskindes (insbesondere eines Flüchtlingskindes) das Verständnis für die Entwicklung seiner Persönlichkeit noch nicht gefunden hat, der dürfte bei Sabine Bode wohl häufig rasch fündig werden.
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Das Buch ist unbedingt zu empfehlen – für alle diejenigen aus der Nachkriegsgeneration, deren Eltern möglicherweise nie verarbeitete Kriegstraumata erlitten haben. Viele Leser aus dieser Zielgruppe dürften rasch zu verblüffenden und zugleich erleichternden Einsichten und Antworten zu bisher unbeantworteten, bedrückenden Fragen gelangen.

Die gute Struktur des Buches, eine übersichtliche textliche Gestaltung, eine gut verständliche Sprache und viele Abbildungen wecken wohl bei jedem Leser das Interesse an der Astronomie.

Die im Buch enthaltenen zahlreichen Tipps rund um die Astronomie führen systematisch
– von der Beobachtung bei Tag und bei Nacht mit bloßem Auge
– zum Teleskopkauf,
zur Beobachtung von
– Sonne, Mond und Planeten,
– Sternen, Nebeln und Galaxien
und schließlich zur
– Astrofotografie.
Markante „Himmelsereignisse“ bis in das Jahr 2020 werden präzise datiert aufgeführt.

Was keinesfalls selbstverständlich ist: Der stabile Einband und kräftiges Papier gewährleisten, dass das knapp 200 Seiten starke Buch für längere Zeit ansehnlich bleiben wird.