William Golding: Herr der Fliegen

Der 1954 erschienene Roman „Herr der Fliegen“ („Lord of the flies“) ist das erste und zugleich bekannteste Werk des englischen Schriftstellers William Golding (1911-1993), des Nobelpreisträgers für Literatur 1983. Der Autor zeichnet das skeptische Bild einer gewaltbereiten, für eine schnelle Verrohung anfälligen menschlichen Natur.
William Golding beschreibt den ungleichen Kampf zwischen Zivilisation und dem Recht des Stärkeren:
Nach einem Flugzeugabsturz strandet eine Gruppe von Jungen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren ohne Begleitung Erwachsener auf einer unbewohnten Pazifikinsel. Obwohl sozialisiert und von der westlichen Zivilisation geprägt, setzt sich in der Gruppe rasch das Recht des Stärkeren durch. Weniger starke Charaktere entwickeln sich zu reinen Mitläufern. Individuelle Charakterzüge gehen in einem fortschreitenden Prozess der Ent-Individualisierung verloren. Die Herausbildung von Masken verdrängt die Individualität und schafft die Voraussetzung für die Trennung von erlernten Werten. Die schnell verrohten Inselbewohner schrecken schließlich selbst vor Mord nicht mehr zurück.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.